IPT

Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Behandlung mit interpersoneller Psychotherapie (IPT). Diese zählt in Deutschland leider (noch) nicht zu den sogenannten Richtlinienverfahren, welche die Krankenkassen erstatten, dennoch ist es eines der am Besten untersuchten Psychotherapieverfahren, für das insbesondere bei Depressionen etliche Wirksamkeitsnachweise erbracht wurden, so dass sie in internationalen medizinischen Leitlinien ausdrücklich zur Behandlung empfohlen wird.

Wegen dieses Behandlungsschwerpunkts bin ich zertifizierter IPT-Therapeut und auch Ausbilder sowie Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Interpersonelle Psychotherapie (DGIPT), in deren Vorstand ich mit tätig bin.

Aktuell wurde die Wirksamkeit der interpersonellen Psychotherapie in einer großen Metaanalyse erneut untersucht:

Große Metaanalyse zur Wirksamkeit der Interpersonellen Psychotherapie bei Depressionen, Angsterkrankungen, Essstörungen und weiteren „mental health problems“:

Im „American Journal of Psychiatry“ wurde eine große Metaanalyse über die Wirksamkeit von Interpersoneller Psychotherapie (IPT) bei „Mental Healths Problems“ veröffentlicht („Interpersonal Psychotherapie for Mental Health Problems: A Comprehensive Meta-Analysis“, Tim Cuijpers et al.). Für diese Metaanalyse wurden 90 Studien mit insgesamt 11.434 Teilnehmern ausgewertet, dabei wurde IPT mit Kontrollbedingungen, mit anderen Psychotherapieverfahren, z.B. kognitiver Verhaltenstherapie (CBT), mit Pharmakotherapie etc. sowohl bei Depressionen als auch bei Essstörungen, Angststörungen und weiteren psychischen Störungen verglichen.

Bezüglich der Depressionen konnte die Wirksamkeit der IPT bei akuten depressiven Episoden erneut belegt werden, darüber hinaus zeigten sich Hinweise auf einen präventiven Effekt und auf einen Schutz vor Rückfällen von Depressionen durch IPT.

Bei Angststörungen zeigten sich sowohl kognitive Verhaltenstherapie als auch IPT als wirksam, und zwar ohne Unterschied in der Wirksamkeit:

„Overall, these studies showed no convincing evidence that CBT is more effective than IPT in anxiety disorders.“

Bei der Therapie der Essstörungen zeigte sich ebenfalls beide Therapien (kognitive Verhaltenstherapie und interpersonelle Psychotherapie) als wirksam, wobei die Verhaltenstherapie leicht im Vorsprung war.

Die Metaanalyse kommt letztlich zu folgender Schlussfolgerung:

„In conclusion, IPT is one of the best-examined treatments in mental health problems, and it is effective in depression and possibly in other disorders, such as eating an anxiety disorders. … IPT … provides an important alternative to psychopharmacotherapy or CBT. IPT has the potential to be used more broadly for endemic mental health problems, as a preventative treatment, and to address the concomitant interpersonal stressors associated with the onset or worsening of disorders.“